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08.07. - 17.08.2008

ANSGAR NIERHOFF

umFormen umStellen

Zeichnungen und Skulpturen

Ausstellung


Ausstellungsort: kunsthaus alte mühle
Ausstellungseröffnung: 31. Mai 2008, 16.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 1. Juni bis 20.Juli 2008
Außenskulpturen im Stadtgebiet Schmallenberg
bis zum 17. August 2008
 
    
Ausstellungsort: Museum der Stadt Bad Berleburg
Ausstellungseröffnung: 7. Juli 2008, 18.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 8. Juli bis 17. August 2008
 
   
Worauf lässt sich der Besucher der Doppelausstellung „umFormen umStellen“ von Ansgar Nierhoff ein, wenn es das kunsthaus alte mühle in Schmallenberg und das Museum der Stadt Bad Berleburg besucht?

Der Kenner der Arbeiten von Ansgar Nierhoff betritt gespannt die Ausstellungsräume: Welche seiner Arbeiten hat der Künstler für diese Ausstellung ausgewählt?
Nierhoff überlässt weder bei der Erstellung seiner Werke, noch bei der Positionierung derselben im Raum irgendetwas dem Zufall. Ansgar Nierhoff setzt sich mit dem Material bewusst auseinander. Der Titel der Ausstellung greift diesen formerischen Willen auf: es geht um umFormen und umStellen.

Die Rohform des Eisens wird als geometrische Ausgangsform angenommen, der eine durchdachte, logische neue Form gegeben wird, die ursprüngliche Form jedoch immer im Blick behaltend. Die Arbeit „Kleine Treppung“ mag als Beispiel angeführt werden:
Der ursprüngliche Stahlblock bleibt erhalten, der symmetrisch vorgenommene Einschnitt in Form von Treppenstufen teilt den Block. Doch erst mit der Drehung der Positiv- und Negativ-Form der Treppe teilt sich die Skulptur und wird zum Spannungsgefüge.

Manfred Schneckenburger definiert die darin enthaltend künstlerische Kraft wie folgt:
„Dabei tritt die Kraft, die zur Verformung und Veränderung aufgewendet wird, als Energie in die Plastik ein. Nierhoff macht diese Energie geballt und gebändigt sichtbar.“ (Expériences, Katalog La Roche s. Yon, 1984)

Dieser Kraft begegnet auch der neugierige Besucher, der dem Künstler von „Kein leichtes Spiel“ auf dem WaldSkulpturenWeg nun in die Ausstellungsräume auf beiden Seiten des Rothaarkamms gefolgt ist.

„Da ist eine Metrik, die unbewusst spüren lässt und auch nachprüfbar belegt, dass ein Werk nur so stimmig ist, nur in diesem Verhältnis von Höhe, Breite und Tiefe mit dem Umraum korrespondieren kann, nur in dieser formalen und materiellen Verdichtung seine innere und äußere Kraft wirksam werden kann.“ (Zehnder, Frank Günter: Werkausstellung, Hürth 2001)

Diese von Zehnder beschrieben Kraft der Skulptur hat der Wanderer bereits bei der Torsituation auf dem WaldSkulpturenWeg gemacht. Im Geiste kann man die Stahlteile zusammensetzen und erhält die geschlossene Platte, die nun in Form von Toren aufgebrochen ist. Die Einzelteile liegen nur so weit auseinander, dass der innere Spannungsbogen sie noch zusammen hält und damit einen Raum schafft. Diese Raum Erfahrung gilt es nun auch in den Ausstellungen zu machen.

Zur Ausstellung gehören neben den Skulpturen auch 40 Zeichnungen, die sich in einer ganz eigenen Balance zwischen kräftiger Gestaltung der Fläche und zarter Linienführung bewegen. In beiden Ausstellungsteilen stehen die Zeichnungen den Skulpturen zur Seite. Es sind keine Entwürfe, sondern selbständige Arbeiten, die durch die Formensprache des Bildhauers in abstrakten Kompositionen bestechen. Es wird eine spannende Zwiesprache zwischen Zeichnung und Skulptur hergestellt, durch die sparsam, pointierte Hängung der Arbeiten. Eine Kommunikation, in die der Betrachter sich einschalten kann.

„Nierhoffs Skulpturen im Öffentlichen Raum sind Setzungen und schaffen Male, bilden Orte. Sie wirken trotz ihres innovativen Charakters so, als seien sie schon ewig da.“ (Zehnder, Frank Günter: Werkausstellung, Hürth 2001)

Begegnet der Betrachter den Skulpturen unvermutet oder begibt er sich auf die Suche nach den drei Arbeiten, die in Schmallenberg im Öffentlichen Raum präsentiert werden? Die Begegnung ist eine bewusste Inszenierung seitens des Künstlers. Der Raum wird gestaltet, dem Zufall kein Platz gewährt. Das individuelle Erlebnis des Betrachtens eine Herausforderung auf die sich der Besucher einlassen sollte. Nachvollziehbar wird dann die Suche des Künstlers nach dem Standort im Raum Stadt: Die „Komposit-Streckung“ vor der Kapelle auf dem Werth in Schmallenberg ist Raumgestaltung. Der Blick des Betrachters wird eingefangen und gelenkt. Die Bewegung der aufragenden Skulptur über 3,30 m in die Höhe gibt neue Perspektiven auf die Umgebung vor. Umgeformt ist hier nicht nur der Stahl in der Skulptur selbst, sondern auch die Parksituation um die Kapelle. Und ehe der Betrachter es sich versieht, ist auch er selbst umFormt und umStellt: Ansgar Nierhoff ändert den Blickwinkel und die Wahrnehmung.

Die Möglichkeit, den Perspektivwechsel mit dem Künstler zu vollziehen, haben Interessierte am 16. August 2008 bei einem Gespräch mit Ansgar Nierhoff um 14 Uhr im Museum der Stadt Bad Berleburg, Goetheplatz 3 und einer anschließenden Wanderung zur Skulptur.

Rikarde Riedesel